Transparente Preiskalkulation

Unsere Produkte werden von uns persönlich im eigenen Atelier für dich auf deine Bestellung und gegebenenfalls mit Individualisierung angefertigt und haben deshalb einen entsprechenden Preis. Wir übernehmen außerdem langfristig die Verantwortung für unsere Produkte und bieten einen Reparatur-Service an. 

Wie wir zu diesem kommen möchten wir dir ganz transparent offen legen, damit du verstehst wofür du bezahlt und was der Wert hinter unseren Kleidungsstücken ist.

Wenn du ein Produkt in unserem Shop zusammengestellt hast, zeigen wir dir eine erste Aufschlüsselung, wie sich der Kaufpreis zusammensetzt:

1. Materialkosten

2. Produktionskosten

3. Individualisierung

4. Aufschlag (19%)

5. Rabatte und Ausverkauf

Diese werden wir folgend weiter erläutern.

Hand hält Baumwollfasern vor einem weißen Hintergrund

Materialkosten

Diese sind unsere Netto-Ausgaben für die verwendeten Materialmengen für genau dieses Produkt.

Dies sind  alle möglichen Materialien und Kosten:

Oberstoffe: Twill, Feinköper, Mattsatin, Rib-Jersey, Interlock-Jersey, Interlock-Strick, Webwolle
9,85 – 22,81€/Meter

Futterstoffe: Feinköper, Mattsatin
13,81 – 17,49€/Meter 

Bündchen: Rib-Jersey
17,33€/Meter

Köperband: 14 oder 24mm Breite
0,39 – 0,50€/Meter

Gurtband: 20 oder 30mm Breite
0,50 – 0,66€/Meter

Schieber: 15mm
0,25€/Stück

O-Ringe: 12, 25 oder 32mm Durchmesser
0,07 – 0,19€/Stück

Knöpfe: 7 oder 30mm

Gummiband: 30mm Breite
2,99€/Meter

Einlage: Gewebe oder Vließeinlage
5,00€/Meter

Labels, Carelabel, Hangtag:
1,51€/Kleidungsstück

Ist die Option ‚Individualisierung‘ gewählt steigen die Materialkosten ein wenig an, da wir davon ausgehen, dass im Schnitt etwas mehr Material verwendet wird.

Produktionskosten

Diese berechnen wir indem wir die für das Produkt aufgewendete Zeit (Nähzeit + Aufbereitung/Verpackung) mit unserem Stundenlohn von 80,00€ multiplizieren. 

Wie aber kommen wir auf einen Stundenlohn von 80,00€?
Das zu erläutern gestaltet sich etwas komplizierter, aber wie versuchen es:

Hinter diesen verstecken sich alle Kosten, die wir haben, oder haben werden, die nicht explizit auf ein einzelnes Produkt verrechnet werden können:

Miete und Nebenkosten

Versicherungen

Beitrage: Handwerkskammer, Berufsgenossenschaft, Systementsorgung, Lizenzen, Gebühren

Werbung und Repräsentation: Website, Printmedien, Ausstellungen, Onlinewerbung

Fahrt- & Reisekosten

Beratungskosten: Steuer- & Rechtsberatung

Atelierausstattung / Inventar / Werkzeuge: Nähmaschinen, Bügelanlage, Bügelpresse, Overlock- & Coverlock-Maschine, Kleiderstangen, Kleiderbügel, Laptop, Telefon, Scheren, Lineale, Büsten, Drucker, Plotter, Regale, Kisten, Tische, Stühle

Reparaturen & Instandhaltung: der Nähmaschinen & Werkzeuge

Verbrauchsmaterialien: Schnittpapier, Schablonenkarton, Garne, destilliertes Wasser, Stifte & Kreide, Klebeband, Musterstoffe, Stecknadeln, Maschinennadeln, Maschinenöl, Material für Musterkollektion (Stoffe, Einlage, Kurzwaren,…)

sonstige Verwaltungskosten: Internet & Telefon, Ordner, Druckerpapier, Druckertinte, Klebeband, Geschäftskonto, Software-Lizenzen (Steuern und Buchhaltung, digitale Schnittgestaltung, Bild- und Medienbearbeitung)

In der Summe ergeben diese Posten perspektivisch rund 34.000,00€/Jahr also monatlich circa 2.800€

Hinzu kommt noch unser Gehalt von circa 2.600€ Brutto.
(Wir müssen natürlich unsere Krankenversicherung, Rentenbeiträge, Solidaritätszuschläge, Einkommenssteuer etc. selber zahlen)

Auch wenn wir, da wir noch am Anfang unserer Reise stehen, noch nicht all diese Kosten in vollem Umfang zahlen und uns auch noch nicht das oben genannte Gehalt auszahlen können, müssen wir trotzdem jetzt schon mit diesen Kosten rechnen, damit wir nicht, wenn sie dann auf uns zukommen unsere Preise enorm erhöhen müssen und wir jetzt diese Einnahmen brauchen um zu investieren und gesund wachsen können. 

Diese Gesamtkosten teilen wir dann durch die Arbeitsstunden, die wir für die Produktion von Bestellungen monatlich aufbringen können. Das bedeutet, dass wir nicht unsere gesamte Arbeitszeit von rund 40h/Woche verrechnen können, sondern abzüglich der Stunden, die wir für ’nicht verrechenbare Aufgaben‘ verbringen.

Zu diesen ’nicht-verrechenbaren Arbeiten‘ gehören zum Beispiel: Verwaltung & Werbung, Entwicklung und Ausarbeitung neuer Kleidungsstücke inkl. neuer Größen, Messebesuche, Fotoshootings.

Durchschnittlich bleiben im Monat 65 Stunden pro Person für das Produzieren von Bestellungen. 

2.800+2.600= 5.400€ / 65h = 83€ (Stundenlohn)

Verglichen mit durchschnittlichen Stundenlöhnen für Handwerksarbeit oder freiberufliche Tätigkeiten liegen wir damit total im Rahmen.

Hand hält kleine silberne Schere vor einem weißen Hintergrund
Hand hält ein weißes Maßband vor einem weißen Hintergrund

Individualisierung

Der Aufpreis für die Individualisierung richtet sich nach der aufgewendeten Zeit, die wir für diese Anpassung des Schnittmusters brauchen. Diese ist nach Produkt unterschiedlich, also mehr oder weniger aufwendig ist und von 10 Minuten bis 1 Stunde in Anspruch nehmen kann, ist auch der Aufpreis produktspezifisch.

Wir rechnen aber auch hier mit dem oben erläuterten Stundenlohn von 80,00€.

Aufschlag (19%)

Der Aufschlag von 19% sind eigentlich die 19% Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer. 
Diese können wir allerdings noch nicht so nennen, da wir noch der Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG. unterliegen und demgemäß keine Umsatzsteuer in unseren Produkten ausweisen dürfen.

Wir müssen diese trotzdem schon in unseren Produktpreis einberechnen, da wir zum einen für unsere Materialien, die wir einkaufen Umsatzsteuer zahlen (in unseren Materialkosten rechnen wir mit den Netto Preisen), und wir sobald wir eine Umsatzgrenze überschreiten die Umsatzsteuer von 19%  für das gesamte Jahr zahlen müssen, ob wir sie tatsächlich einberechnet haben oder nicht. 

Hand hält ein schwarzes Buch und einen Stift vor einem weißen Hintergrund
Hand hält ein Kleidungsstück aus einem Kleiderbügel aus Holz vor einem weißen Hintergrund

Rabatte und Ausverkauf, Zukunftsvisionen

Diese wird es bei uns nicht geben. 

Unsere Designs basieren nicht auf Trends. Unsere Kleidungsstücke sind nicht nur für eine Saison entworfen, sondern werden dauerhaft in unserem Sortiment vorhanden sein. Wir werden mit der Zeit neue Designs aufnehmen, Varianten erstellen und auch mal neue Materialien aufnehmen, doch unser Angebot hat immer den gleichen Wert und wir wollen nicht mit angeblichen Rabatten werben, die herkömmliche Unternehmen im Voraus auf ihr Produkte aufschlagen.

Außerdem fertigen wir jedes Stück (ausgenommen unserer Musterkollektion für Werbezwecke) erst auf Bestellung an, sodass wir keinen Lagerbestand haben und dadurch unter Druck gelangen, diese Produkte ‚loszuwerden‘ um eine neue Kollektion zu präsentieren.

Die einzige ‚Sale‘-Situation, die wir uns vorstellen können, ist ein ‚Sample-Sale‘, also ein Verkauf von unseren Musterstücken, die bei der Entwicklung der Passform entstanden sind. Diese sind dann zum Beispiel aus einem anderen Material, haben kleine Fehler oder weichen in der Größe von unseren finalen Maßen ab. Viele dieser Stücke tragen wir selbst, andere jedoch möchten wir bei Gelegenheit zu einem reduzierten Preis anbieten. Haltet als bei unseren ‚Neuigkeiten‚ Ausschau nach einem ‚Sample Sale‘.

Für die Zukunft planen wir jedoch einen eigenen ‚2nd-Hand‘-Shop, falls es dazu kommt, dass Kund*innen ihre Produkte von uns nicht mehr behalten möchten und sie zu uns zurück kommen. Diese würden wir aufbereiten und zu einem ‚Used‘-Preis anbieten. Aber bis es soweit ist müssen unser Stücke zunächst ein paar Jahre hinter sich bringen.

Außerdem möchten eine Leih- & Probier-System für unsere Produkte einführen. nach dem Motto ‚Charing ist Caring‘, damit viele Menschen für z.B. besondere Anlässe oder zum ‚Ausprobieren‘ mal in unsere Kollektion reinschlüpfen können.